Großmeister Mantak Chia 18.-24. März 2011 in Berlin
Wurzeln des Taoismus
Die Wurzeln des
Taoismus reichen bis zu 8.000 Jahre vor unserer Zeit zurück, also bis
ca. 6000 v. Chr. Die Entstehung dieser einzigartigen Naturphilosophie basiert
auf der Sehnsucht des Menschen, seine Quelle zu erkennen und dorthin zurückzukehren.
Aus dieser Sehnsucht
entstanden zunächst fieberhafte Bestrebungen so etwas wie eine "goldene
Pille" als Zauberweg äußerer Alchemie zu entwickeln. Mögliche
Zutaten für diese Forschungen waren Zinnober (Quecksilber) und Blei.
Als sich nach Einnahme dieser Elemente die Reihen der neugierigen Taoisten
langsam lichteten, bemerkten sie, daß die Erforschung des wahren Selbst
weitaus erfolgversprechender ist. Die Sehnsucht nach der Quelle führte
die Taoisten weiter zu einer genauen Beobachtung der Natur und des Universums.
Dabei entdeckten sie eine vollkommene Übereinstimmung der Wirkungsprinzipien
(Tao) des Makrokosmos (Universum) und des Mikrokosmos (Mensch). So hat auch
der Mensch Planeten (Akupunkturpunkte) die auf bestimmten Umlaufbahnen (Meridianen)
das Zusammenwirken der Kräfte im Sinne des Tao bewirken.
Taoismus und Buddhismus haben sich gegenseitig geprägt und weiterentwickelt.
So entstand aus beiden Weisheitslehren
der sogenannte Chan-Buddhismus aus
dem sich wiederum der Zen-Buddhismus in Japan entwickelt hat. Der Taoismus
hat ganze Wissenschaftszweige hervorgebracht oder maßgeblich geprägt.
Und doch hat der Taoismus sein exotisches Randerscheinungs-Dasein niemals
überwinden können. Dies mag daran liegen, daß ein wahrer Taoist
ab einer gewissen Entwicklungsstufe das Reden, das Vorzeigen oder das bewußte
Wirken meidet und lieber die Einsamkeit sucht.